1933 nach der Machtübernahme der Nazis wurde mit Josef Goebbels dann wiederum ein propagandistisch denkender Mensch zum obersten Schirmherrn der Universum Film AG. Von da an wurden viele Kulturfilme produziert und mit Hochdruck an der Vertonung des Stummfilms gearbeitet. Unterhaltungsfilme präsentierte die UFA zwar weiterhin, sehr oft aber mit ideologischem Hintergrund denen die Stars sich unterwerfen sollten. Das gelang keineswegs immer und viele von ihnen verweigerten sich dem nationalsozialistischen Gedankengut, blieben aber im Dienste ihrer marktbeherrschenden Arbeitgeber. Viele der im Dienste der UFA arbeitenden Schauspieler, Filmautoren und Bildenden Künstler fanden sich später auf der Gottbegnadeten Liste der Nationalsozialisten wieder. Diese berüchtigte Akte des Reichsministeriums wurde von Adolf Hitler und Joseph Goebbels verfasst und beinhaltete etwa 400 Schauspieler und unzählige „Wichtige“ aus Architektur Musik und Bildender Kunst. Johannes Heesters, Hans Albers (1891–1960) Willy Fritsch (1901–1973) und Heinrich George standen genauso auf dieser Liste wie die Regisseure Karl Ritter und Vait Harlan. Dennoch ist es eine unzulässig verkürzte Wahrheit jeden Schauspieler Produzenten und Grafiker von damals, gleich für einen strammen Hitlergetreuen zu halten. So wurde der Produzent und Werbegraphiker Peter Pewas zum Beispiel gleich zweimal wegen Hochverrats verdächtigt und seine Filme regelmäßig Verboten oder gar nicht erst fertiggestellt, weil er in Untersuchungshaft saß. Das er dennoch viele Film Plakate der UFA entwarf und erst 1944 an die Front zitiert wurde, zeigt ziemlich eindeutig das die UFA, obwohl Propagandaapparat auch ein Rückzugsort für Unangepasste war. Dem Künstler ging es oft um seine Kunst und natürlich Selbstdarstellung und keineswegs immer um nationalsozialistisches Gedankengut. So versteckte Brigitte Horney in ihrem Haushalt unter Lebensgefahr Juden und fiel häufig durch unangenehme also nicht gesellschaftskonforme Äußerungen auf. Die Schwedin Zarah Leander, der UFA Weltstar überhaupt, weigerte sich bis zum Schluss die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Für Goebbels war das eigentlich ein Affront aber es zeigt das Es Schauspieler gab die sich eben nicht wie willenloses Werkzeug benahmen sondern sehr wohl Eigenständigkeit bewahrten.

Kurios ist auch die Geschichte um das Plakat der „Preußische Liebesgeschichten“ . Dieser Film wurde von Hitler ganz persönlich abgesetzt und verboten. Nicht etwa, weil er gegen den Inhalt war, sondern weil kein Geringerer als Joseph Goebbels ein Verhältnis mit der Hauptdarstellerin Lida Baarova hatte. Auf Drängen von Magda Goebbels musste der untreue Ehemann nun seine in Misskredit gefallene Geliebte verlassen und der Film wurde kurzerhand abgesetzt. Das gleiche Schicksal der Zensur, erfuhren auch die Filme "Starke Herzen" und "Altes Herz geht auf die Reise". Die Darstellung der Wohnungsnot passte nicht in die deutsche Propaganda und auch die alte preußische Sichtweise entsprach nicht der von Joseph Goebbels. Das Sie hier dennoch Original Kino Aushangbilder mit Signatur der Grafiker finden verdanken wir dem Umstand, dass die Filme fertiggestellt wurden und sich schon in der Ankündigungsphase befanden. Erst dann wurden sie der Reichsfilmkammer in Berlin vorgestellt und dort zensiert. Von dort aus wurde die Jugendfreigabe bestimmt und die Uraufführungsorte für die Filme festgelegt. Es gab übrigens im gesamten Deutschen Reich 1943 lediglich 109 UFA Kinos für die die Reichsfilmkammer entschied welche Filme, wo liefen und wie sie beworben werden. Wurden die Filme und die im Gegensatz zu den leinwandgroßen Plakaten relativ kleinen Aushänge in der Reichsfilmkammer genehmigt entstanden aus dieser Vorlage heraus, die Späteren meist qualitativ minderwertigeren Plakate die dann noch einmal von der Filmstelle gestempelt wurden.

Die Werbegrafiker der Ufa entwarfen aufgrund der erwähnten Repressalien manchmal unterschiedliche Entwürfe zu ein und demselben Film und oft wurden auch für den gleichen Film von mehreren Grafikern Plakatentwürfe eingeholt. So kommt es das der gleiche Film in Danzig anders beworben wurde als in Berlin oder Wien. Das hatte Methode und war durchdacht, weil man wohl den Österreichern einen anderen Geschmack als den Ostpreußen unterstellte, auch wenn mir persönlich die Kriterien, nach denen die Reichsfilmstelle auswählte, unverständlich ist. In jedem Fall wurden für diesen Zweck der Werbung die besten Werbegrafiker und Künstler des Deutschen Reichs gesucht. Manche von ihnen wurden fest angestellt wieder andere für Spezialaufgaben wie der österreichische Portraitist Siegfried Karl Trieb gewonnen. Zweifelsfrei waren sie aber alle daran beteiligt den Deutschen Film mit ihren Ideen zu beleben und aus Schauspielern, Stars zu machen.

UFA
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Die Universum Film AG kurz UFA genannt wurde 1917 zum Zweck der Kriegspropaganda gegründet. Schnell entwickelte sich aus der Film-Produktion heraus ein großes Filmimperium mit Welt Stars wie Hans Albers, Zarah Leander, Marlene Dietrich und Lilian Harvey. Die UFA produzierte in der Zeit der Weimarer Republik vor allem Heimat und Unterhaltungsfilme aller Genres stand aber unter starkem finanziellem Druck.